Mein erstes Ausbildungsjahr

Hallo, ich bin Dominik und neben Jana ein weiterer Azubi des Bestattungshauses Sträter, derzeit im ersten Lehrjahr. Vor meiner Ausbildung habe ich Rechtswissenschaften studiert und nebenbei als Aushilfskraft bei einem Bestatter gearbeitet. Dabei habe ich schnell festgestellt, dass ich hier meinen Traumberuf gefunden habe.

Mein erstes Lehrjahr fing für mich durch meine Vorkenntnisse routiniert an. Vieles kannte ich bereits und dadurch fielen mir die Aufgaben dementsprechend leichter als Azubis, die noch nie in diesem Bereich gearbeitet haben. Meine erfahrenen Kollegen konnten mir noch einige Tipps geben, die mir den Umgang mit dem Verstorbenen erleichterten. Ich habe jeden Tag versucht mich so gut wie möglich in den alltäglichen Ablauf einzubringen. So verbrachte ich meine Anfangszeit im Überführungs- und Versorgungsbereich. Zwischendurch durfte ich unserer Auszubildenden Jana im Büro über die Schulter schauen, um etwas zu lernen.

Nach zwei Monaten fing mein erster Schulblock an. Ich war nervös und gespannt, was für Leute ich kennenlernen würde. Der erste Schock. Wir waren knapp 60 Leute in einem Raum. Nach einigen Informationen teilten wir uns in zwei gleichgroße Gruppen auf.

Nach der Einteilung ging ich mit meiner Klasse in den Klassenraum für ein erstes Kennenlernen. Ich war erstaunt wie verschieden wir alle waren, trotzdem haben wir uns auf Anhieb gut verstanden. Man hat direkt den Zusammenhalt in der Klasse gemerkt und man fühlte sich wohl. Der erste Block ging ganze vier Wochen, die aber ziemlich schnell vorbei waren.

Nach meiner Rückkehr in den Betrieb durfte ich bis zur Weihnachtszeit die Büroarbeit kennenlernen. Das war sehr interessant und hat mir einen riesen Spaß gemacht.

Neben der Büroarbeit habe ich meine Kollegen in der Überführung und Versorgung wo es nur ging unterstützt. Man kann wirklich sagen, dass alle an einem Strang ziehen und sich gegenseitig helfen.

Nach einer abwechslungsreichen Zeit ging es zum zweiten Block nach Wermelskirchen. Zum Entsetzen der Klasse haben vier Mitschüler die Ausbildung vorzeitig beendet. Wir machten uns gegenseitig Mut und es gibt immer einen, mit dem man bei Problemen reden kann.

Leider musste ich aufgrund einer Knieverletzung die letzte Woche dieses Blocks pausieren, wodurch ich auch einige Klausuren verpasst habe. Aufmunternde Worte von meinen Kollegen und Mitschülern machten mir diese Woche erträglicher.

Zurück auf der Arbeit wurden mir immer größere Aufgaben anvertraut, die ich so gut wie möglich versucht habe zu lösen. Dabei konnte ich mich immer auf meine Kollegen verlassen. Während der Arbeit konnte ich Jana um Tipps für die Klausuren bitten, die auf mich im dritten Schulblock warteten.

Im dritten Block ging es direkt in der ersten Stunde mit den Klausuren (wie erwartet) los. Dies war der kürzeste Block mit einer Dauer von zwei Wochen. Die Klausuren sind mir durch Aufarbeiten des Stoffs nach der Arbeit gut gelungen. So endete der dritte Schulblock für mich.

Zurück im Bestattungshaus musste ich mich direkt beweisen. Ausfälle von Kollegen ließen uns Auszubildende und auch die Kollegen ziemlich schwitzen. Hier hat sich die Redewendung „Einer für alle, alle für einen“ bewährt. Wir Azubis durften die Trauerfeiern teilweise selbst organisieren, eine Herausforderung für uns Azubis im ersten und zweiten Lehrjahr, aber auch sehr spannend. Wir haben dies zwar nicht locker, aber zur Zufriedenheit aller anderen bewältigt. Mit der Zeit konnte ich mich intensiver in die Arbeit einbringen, durfte bei den ersten Trauergesprächen anwesend sein und nach einigen Trauergesprächen konnte ich meine ersten sogar selbst führen, worauf ich sehr stolz bin.

Gerade richtig in die Arbeit eingebracht fing mein letzter Schulblock im ersten Ausbildungsjahr an. Angekündigte Klausuren und Tests musste ich für mein Notenziel bewältigen. Es fand auch ein Ausflug in einen Kletterpark statt. Man merkte, dass jeder jeden unterstützte. Das Klettern war schwierig und für manche auch unvorstellbar. Doch mit Unterstützung jedes einzelnen konnte jeder diesen Tag bewältigen. Kurz vor dem Start der Sommerferien hieß es noch einmal “Vollgas“ im Unterricht zu geben.

Nach dem Erhalt meines Zeugnisses, mit dem ich persönlich zufrieden bin, steht die Rückkehr in die Firma an bis ich zu meiner ersten Ü-LO nach Münnerstadt darf.

Ich muss sagen, dass mir das erste Ausbildungsjahr super viel Spaß gemacht hat und ich meine Entscheidung, mich zur Bestattungsfachkraft ausbilden zu lassen, nicht bereue.

Das war mein erster Azubiblog zu meinem ersten Ausbildungsjahr. Ich freue mich schon, in meinem nächsten Blog über meine erste Ü-LO in Münnerstadt berichten zu dürfen.

Bis dahin alles Gute und bleiben Sie gesund.

Zwischenprüfung – eine matschige Angelegenheit

Am 28. April ging es für mich wieder einmal nach Münnerstadt. Nicht für die nächste ÜLU, sondern für die praktische Zwischenprüfung. Einige meiner Mitschüler und ich saßen abends noch zusammen, versuchten uns nicht verrückt zu machen und gingen noch einige Punkte der gelernten Dinge durch.

Am Montagmorgen um 8 Uhr ging es dann los zur Theo-Remmertz-Akademie. Die Gruppe von 38 Auszubildenden wurde in zwei Hälften unterteilt. Eine Hälfte war zuerst auf dem Lehrfriedhof für die Grabmacherprüfung, die andere zuerst in der Akademie für das Fachgespräch und Warenkunde. In der Akademie angekommen bekamen wir noch letzte Informationen wie der Tag ablaufen wird und dann saßen wir zusammen in einem Raum und warteten bis einer nach dem anderen für die jeweilige Prüfung aufgerufen wurde.

Im Fachgespräch bekommt man zu einem bestimmten Thema eine Situation vorgelesen. Anschließend stellen die Prüfer Fragen zu dem Beispiel. Für diesen Prüfungsteil sind 10 Minuten vorgesehen.

In dem Prüfungsteil Warenkunde hat man die Aufgabe einen Sarg, eine Urne, einen Sargbeschlag, einen Talar (Sterbehemd) und eine Deckengarnitur so zu beschreiben wie es vorher im Unterricht der Berufsschule und bei der ÜLU gelehrt wurde. Dafür sind 30 Minuten vorgesehen.

Als dieser Teil geschafft war, hieß es für mich erst einmal warten. Meine Grabmacherprüfung sollte nämlich erst um 15.30 Uhr stattfinden. Leider verzögerte sich der Ablauf der Prüfungen, sodass wir erst später starten konnten. Mittlerweile fing es dann auch noch an zu regnen.

Bei der Grabmacherprüfung hat man die Aufgabe ein Grab, per Zufall wird entschieden ob Hand- oder Baggergrab, in der vorgegebenen Zeit von 90 Minuten zu zweit auszuheben und zu dekorieren. Mein Partner, der auch per Zufall ausgelost wurde, und ich waren ein gutes Team und wurden in der angegebenen Zeit fertig. Der Regen tat uns keinen Gefallen und erschwerte die Arbeit zusätzlich. Klitschnass, erschöpft aber trotzdem zufrieden konnten wir im Anschluss endlich den Heimweg antreten.

Doch ganz geschafft hatten wir es noch nicht. Am 11. Mai stand die schriftliche Prüfung an. Dieser Prüfungsteil erfolgt an der jeweiligen Berufsschule. Es werden alle Themen aus dem ersten Ausbildungsjahr geprüft. Dazu gehören zum Beispiel Buchhaltung, Warenkunde, Grabtechnik und Fragen zur Bestattung.

Nach den geschafften Prüfungen dauerte es ein paar Wochen bis das Ergebnis per Post ankam. Ich bin mit meinen Leistungen vollkommen zufrieden und hoffe, dass ich in der Abschlussprüfung noch eine Schippe drauflegen kann.

Kaum vorstellbar, dass es in ca. einem Jahr schon geschafft ist und die Zeit so schnell vergangen ist. Ich blicke sehr positiv auf meine ersten zwei Lehrjahre zurück. In dieser Zeit habe ich sehr viele Erfahrungen gemacht, viel gelernt und neue Menschen kennengelernt. Ich bin sehr gespannt, was mich in meinem letzten Lehrjahr noch erwartet.

ÜLU Münnerstadt: Baggern, viel Muskelkater und Besuch vom Fernsehen

Im November hat meine erste überbetriebliche Lehrlingsunterweisung, kurz ÜLU, stattgefunden. Sie ist Teil der Ausbildung und man nimmt innerhalb der Ausbildungszeit dreimal daran teil. Die Lehrgänge haben eine Dauer von 2 Wochen und finden in Münnerstadt, in Unterfranken, statt. Dort befinden sich das BAZ (Berufsausbildungszentrum der Bestatter) und der weltweit einzige Lehrfriedhof.

Am Sonntag, dem 11.11., ging es für mich und einige andere aus meiner Klasse also los nach Münnerstadt. In dem kleinen Ort angekommen wurde erstmal das Hotel angeschaut, Koffer ausgepackt und viel erzählt. Nach dem gemeinsamen Abendessen im Hotel haben wir uns noch ein wenig in Münnerstadt umgesehen.

Am Montagmorgen stand zuerst der theoretische Unterricht für den Bereich Grabtechnik auf dem Plan. Hierbei haben wir gelernt, was beachtet werden muss beim Ausheben eines Grabes, welche Vorbereitungen getroffen werden und welche Sicherheitshinweise beachtet werden müssen. Diese Dinge würden wir dann in den nächsten zwei Tagen auch praktisch durchführen. Die Mittagspause verbrachten wir im BAZ, dort bekamen wir auch Mittagessen, bevor es mit dem Unterricht weiterging. Am Ende des ersten Tages waren wir alle sehr gespannt was uns im praktischen Unterricht erwarten wird.

Da auf dem Lehrfriedhof leider nicht fotografiert werden darf, habe ich mich für dieses Foto zur Veranschaulichung entschieden.

Auf dem Lehrfriedhof durfte ich einen ähnlichen Bagger selbst lenken.

Dienstag haben wir uns dann die Arbeitssachen angezogen und auf dem Friedhof angekommen ging es nach kurzer Wiederholung los: Das erste Grab wurde ausgemessen. Anschließend mussten wir dann auch den ersten Erdcontainer gemeinschaftlich aufbauen. In diesen kommt beim Ausheben des Grabes die Erde. Nachdem wir die verschiedenen Container kennengelernt und mehrfach auf- und abgebaut hatten, wurden wir in Gruppen eingeteilt. Meine Gruppe sollte sich nun mit dem Bagger beschäftigen und damit auch ein Grab ausheben. Das war wirklich eine super Erfahrung und hat trotz regnerischem, kalten Wetter viel Spaß gemacht. Die anderen Gruppen hatten zuerst den anstrengenderen Part und haben Gräber per Hand ausgehoben. Am nächsten Tag wurde natürlich getauscht, sodass auch wir unseren Muskelkater noch bekamen. Grabtechnik ist auch ein Teil der Zwischenprüfung. Kurz vorher erfährt man, ob das Grab per Hand oder mit Hilfe des Baggers ausgehoben wird.

Jetzt fragen sich einige vielleicht, warum wir das überhaupt lernen. In NRW und auch in manchen anderen Bundesländern ist es nicht üblich, dass der Bestatter diese Aufgabe übernimmt. Da gibt es Mitarbeiter des Friedhofes, die sich um alles kümmern. Aber in Bayern beispielsweise macht der Bestatter auch die Gräber. Manch einer ist vielleicht nun der Meinung, dass das mit heutiger Technik ein Kinderspiel ist, aber so ist es auf keinen Fall. Es gibt auch Fälle, in denen kein Bagger verwendet werden kann, weil das Grab mit diesem nicht erreicht wird. Ich finde es gut, dass wir diesen Bereich trotzdem kennenlernen. So weiß man, wieviel Arbeit überhaupt dahintersteckt und was die Mitarbeiter vom Friedhof leisten. Und so kann ich demnächst gegenüber den Angehörigen auch die Preise besser erläutern mit dem Wissen, wie aufwändig das Ausheben eines Grabes tatsächlich ist.

Am Donnerstag und Freitag hatten wir dann Unterricht zum Thema „Dekoration“. Nach dem theoretischen Teil sollten wir auch hier wieder selbst tätig werden. In Gruppen bekamen wir jeweils einen Fall geschildert, zu dem wir nun die passende Dekoration aufbauen sollten. Hierbei sollte auch der Beruf oder das Hobby beachtet und durch Gegenstände in der Deko aufgegriffen werden. Für den praktischen Unterricht gibt es im BAZ eine Übungskapelle, Blumengestecke, Kerzen, Särge, Urnen, Tücher und alles was für die Dekoration benötigt wird. Auch hier konnte ich einige Inspirationen sammeln, die ich bestimmt in meinem Berufsalltag noch einmal aufgreifen kann.

In der zweiten Woche ging es weiter mit praktischem Unterricht in der Werkstatt, die sich auch im Ausbildungszentrum befindet. Särge ausschlagen war zuerst dran. Hierbei muss der rohe Sarg mit Möbelfüßen, Griffen, Schrauben, Ölpapier und der Sargmatratze bestückt werden. Eine Bespannung kommt ebenfalls in den Sarg und hinterher noch das sogenannte Lotband. Das Ölpapier dient dazu die Flüssigkeiten, die beim Verwesungsprozess entstehen, aufzunehmen. Das dünne Papier reißt schnell, macht man einen kleinen Fehler beim Einlegen und fest tackern im Sarg, muss man es entfernen und von vorne beginnen. In der Prüfung muss all das in nur einer Stunde geschafft sein. Als es los ging mit Messen, Schrauben, Bohren und Hämmern wurde uns allen schnell klar, dass das kaum zu schaffen ist.

Am nächsten Tag kam ein Fernsehteam vom NDR vorbei, das eine Reportage über das Thema „Bestattungen im Wandel“ drehte. Auch ich habe einem Interview zugestimmt und wir wurden beim Sargausschlag gefilmt. Die Reportage erscheint im März. Den Link dazu gebe ich auch hier auf unserer Homepage bekannt.

Danach musste der Unterricht natürlich normal weitergehen. Löten war das nächste Thema, mit dem wir uns beschäftigt haben. Bei Überführungen ins Ausland oder bei Beisetzungen in Grabkammern muss der Verstorbene in einen Zinksarg eingebettet werden. Um diesen zu verschließen, muss gelötet werden. Auch das konnten wir üben und ausprobieren. Einfacher als gedacht!
Die letzten drei Tage hatten wir noch den theoretischen Teil zu Warenkunde. Hier ging es um die genaue Beschreibung von Särgen, Urnen, Decken, Kissen und Talaren. Dazu lernt man alles Wichtige zu den Holzarten und Materialien, aus denen Urnen hergestellt werden; außerdem, welche Arten von Stoffen für die Wäsche verarbeitet werden, die Webart und vieles mehr. Zum Fach Warenkunde gehört auch die detaillierte Beschreibung der Waren. Dies ist auch prüfungsrelevant.

Bei Särgen muss man zum Beispiel folgende Merkmale bestimmen:
• Holzart
• Oberflächenbehandlung des Holzes
• Die einzelnen Profile
• Evtl. Schnitzungen
• Griffe

Bei den Urnen ist es ähnlich, genau wie bei der Wäsche und den Beschlägen der Särge. Es muss immer das Material, die Behandlung der Oberfläche (außer bei Wäsche) und das genaue Aussehen geschildert werden. Ein sehr umfangreiches Thema.

Am Freitag hatten wir es dann geschafft und bekamen unser Zertifikat überreicht. Nachdem wir nochmal alle gemeinsam gegessen hatten, ging es nach Hause. Ein bisschen traurig waren wir schon, denn die zwei Wochen haben wirklich viel Spaß gemacht, waren sehr lehrreich und die Abende mit meinen Klassenkameraden waren super. Dennoch freuten wir uns alle auf Zuhause und das eigene Bett. Ich bin schon jetzt gespannt und freue mich auf die nächste ÜLU in Münnerstadt!

Vorsorgewochen – Was bedeutet Bestattungsvorsorge zu Lebzeiten überhaupt?

Anlässlich unserer Vorsorgewochen möchte ich dieses Mal über dieses sehr wichtige Thema schreiben. Was bedeutet Vorsorge überhaupt?
In einer Bestattungsvorsorge kann man schon zu Lebzeiten seine Vorstellungen über die eigene Bestattung festlegen. So kann man die Angehörigen entlasten und sichergehen, dass die eigenen Wünsche berücksichtigt werden. Im Rahmen einer Vorsorgevereinbarung können die Bestattungsart, der Friedhof, die Gestaltung der Trauerfeier, Zeitungsanzeigen, Trauerbriefe und Vertrauenspersonen festgehalten werden. Mein Motto ist hier immer: „Alles kann, nichts muss.“ Nicht jeder ist bereit, seinen eigenen Sarg auszusuchen oder die eigene Traueranzeige zu gestalten. Wieder andere entscheiden sogar, welche Kleidung sie tragen möchten und welche Lieder während der Trauerfeier gespielt werden sollen. Das ist jedem selbst zu überlassen.
Wozu ich aber jedem raten würde, ist eine finanzielle Absicherung. Auch hier gibt es mehrere Möglichkeiten, die ich kurz erläutern möchte:

  • Treuhandeinlage
  • Sterbegeldversicherung
  • Bezugsrechtsänderung einer bestehenden Versicherung

Treuhandeinlage
Schon seit einigen Jahren arbeiten wir mit der Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand AG zusammen. Wenn bereits Geld für die eigene Beerdigung angespart wurde, kann man dieses hier sicher zurücklegen. Das Geld ist vor Sozialamtszugriffen geschützt.

Sterbegeldversicherung
Mit einer Sterbegeldversicherung können Sie durch bequeme monatliche Beiträge einen bestimmten Betrag ersparen. Wir arbeiten mit zwei Versicherungen zusammen. So kann in einem Gespräch mit uns das beste Angebot herausgesucht werden.

Bezugsrechtsänderung
Gibt es schon eine Lebens- oder Sterbegeldversicherung kann durch eine Bezugsrechtsänderung auch hier der Betrag für die Bestattung gesichert werden. Dies ist sinnvoll, damit im Pflegefall niemand die bestehende Versicherung kündigen muss und diese somit erhalten bleibt.

In unserem Bestattungshaus beraten wir Sie kostenlos und unverbindlich zu den Möglichkeiten der Bestattungsvorsorge zu Lebzeiten. Selbstverständlich kommen wir auch zu Ihnen nach Hause oder in eine Senioreneinrichtung und beantworten gerne Ihre Fragen.

Terminvereinbarungen unter Tel. 0 29 21 – 1 30 51.

Abschied nehmen am offenen Sarg

„Abschied nehmen heißt loslassen, nicht vergessen.“

Abschied nehmen am offenen Sarg kann bei der Trauerbewältigung eine große Hilfe sein. Angehörige sollten diese Form des Abschieds in Erwägung ziehen, auch wenn es manchmal Vorbehalte gibt.
Oft möchten Angehörige den Verstorbenen so in Erinnerung behalten, wie er war, und stehen der Abschiednahme am offenen Sarg eher skeptisch gegenüber. Bestimmt hängen die Unsicherheiten auch damit zusammen, dass man Angst vor diesem Moment hat oder das Unfassbare nicht wahrhaben will. Der Tod ist immer noch ein Tabuthema, das gerne verdrängt wird und mit dem man sich nicht auseinandersetzen will. Andere finden die Situation, einen Verstorbenen zu berühren oder zu sehen, gruselig oder beklemmend, obwohl es ja immer noch derselbe ist wie zu Lebzeiten. Jemand, mit dem man im Leben vertraut war und den man berührt hat.

Früher war es ganz normal, dass die Verstorbenen noch für einige Tage zu Hause aufgebahrt wurden und die ganze Familie sich von ihnen verabschieden konnte. Wenn man noch weiter zurückdenkt, haben schon die alten Ägypter ihre Verstorbenen aufgebahrt. Das hatte vor allem den Grund, dass bei Königen das gesamte Volk trauerte und jeder die Möglichkeit haben sollte, sich zu verabschieden. Aber auch der Adel, der meist eine sehr lange Anreise hatte, sollte dem König seine letzte Ehre erweisen können.

Die Abschiednahme kann in verschiedenen Räumlichkeiten stattfinden. Der Verstorbene kann zum einen zu Hause aufgebahrt werden, im Sarg oder im Bett. Die gesamte Familie kann sich gemeinsam in vertrauter Umgebung verabschieden. Möglich ist die Aufbahrung zu Hause für 36 Stunden. In unserem Bestattungshaus haben wir einen eigenen schönen Abschiedsraum. Hier haben wir die Möglichkeit, den Abschied nach eigenen Wünsche zu gestalten und man kann sich allein oder auch mit mehreren Personen in aller Ruhe am geöffneten Sarg verabschieden. Auch an Friedhöfen und in manchen Krankenhäusern gibt es einen Abschiedsraum, den man nutzen kann.

Ich persönlich finde diese Art des Abschiednehmens sehr hilfreich und wichtig. Durch die direkte Konfrontation kann man das Unfassbare realisieren und auch dem Unterbewusstsein wird klar, was gerade geschieht. Oft ist es so, dass erst nach der Beisetzung, wenn man zur Ruhe kommt, der Verlust richtig bewusst wird. Aber dann ist es für diese Art der Verabschiedung zu spät. Vor allem, wenn jemand plötzlich verstirbt, kann es helfen ihn noch ein letztes Mal zu sehen, sich der Tatsache zu stellen, um das Geschehene besser zu verstehen und zu verarbeiten. Auch zum Beispiel bei verunfallten Personen ist oft noch mehr möglich zu machen als manch einer vielleicht denkt. Diese Möglichkeit den Verstorbenen ein letztes Mal zu sehen, zu berühren und vielleicht etwas mit auf den letzten Weg zu geben, kommt nie zurück.

Im Nachhinein kann die Abschiednahme sehr hilfreich bei der Trauerbewältigung sein und das Begreifen und Verstehen fällt ein wenig leichter. Natürlich ist es wichtig, dass dieser Moment dann auch in guter Erinnerung bleibt und es für die Betroffenen kein erschreckender Anblick ist. Diese wichtige und ehrenvolle Aufgabe nehmen wir uns als Bestatter sehr zu Herzen. Dazu gehört für mich natürlich die würdevolle Arbeit am Verstorbenen, um ihn für diesen wichtigen Moment vorzubereiten. Er wird hygienisch versorgt, gewaschen und angekleidet. Am schönsten ist hier natürlich eigene Kleidung, die er zu Lebzeiten gerne getragen hat und in der er nicht fremd erscheint. Angenehmes Licht und Kerzenschein schaffen eine warme Atmosphäre. Im Hintergrund lassen wir ruhige Musik laufen oder erfüllen persönliche Musikwünsche. So kann der Abschied individuell gestaltet werden und bei der Trauerbewältigung helfen.

Besuch der Bestatterausstellung BEFA

Am 10. Mai 2018 besuchte ich mit meinem Chef und einigen Kollegen die Bestattermesse BEFA in Düsseldorf. Erwartungsgemäß waren Särge und Urnen in ganz unterschiedlichen Ausführungen zu sehen, von schlicht bis extravagant, von modern bis klassisch war für jeden Geschmack etwas dabei. Überhaupt hat sich mein Eindruck verfestigt, dass gerade beim Thema Bestattungen der Trend dahin geht, die individuellen Wünsche von Angehörigen und Verstorbenen stärker in den Mittelpunkt zu rücken, mehr selbst zu gestalten und das ganze persönlicher und moderner zu machen. So wurde beispielsweise die Möglichkeit einer Motorrad-Bestattung vorgestellt, bei der der Verstorbene per Motorrad mit Seitenwagen überführt wird. Besonders gefallen haben mir die Särge komplett aus Naturholz, beispielsweise in Form eines Baumstamms. Weniger gefallen haben mir Särge, die wie ein Korb geflochten waren sowie Urnen mit einer Plexiglasscheibe zum Hineinschauen. Ich konnte viele neue Inspirationen zum Thema Deko mitnehmen, wobei die Dekoration mit Tüchern und Stoffen auf der BEFA gar kein Thema war. Viel mehr wurden Dekorationen mit Bildern, Säulen und Kerzen gezeigt. Insgesamt war es ein ereignisreicher und interessanter Tag und eine tolle Erfahrung. Schaut Euch am besten mein Video an! Dort habe ich ein paar Eindrücke festgehalten.


Mein erster Schultag

Schon vor etwas längerer Zeit hat auch mein erster Schulblock begonnen. Davon möchte ich heute berichten:

Im ersten Monat meiner Ausbildung habe ich durch einen ehemaligen Praktikumsleiter erfahren, dass eine andere Praktikantin von ihm auch die Ausbildung am 1. August begonnen hat und genau wie ich in Bergkamen wohnt. Wir haben über Facebook Kontakt aufgenommen und bei einem vorherigen Treffen beschlossen uns zu einer Fahrgemeinschaft zusammenzuschließen.

Am 6.11.2017 ging es dann früh morgens um 6 Uhr los Richtung Wermelskirchen. Es ist nämlich so, dass es in NRW nur eine Schule gibt, an der angehende Bestattungsfachkräfte unterrichtet werden: Das bergische Berufskolleg Wermelskirchen.

Um 7:30 Uhr saßen wir dann mit ca. 60 anderen Auszubildenden in einer Klasse. Fünf Lehrer und Lehrerinnen stellten sich und die Schule vor. Außerdem war auch Herr Jäger vom Vorstand des Verbandes und Herr Keunecke als Vertreter der Landesjuroren anwesend. Auch Frau Alexandra Hölter (Ausbildungsbeauftragte und Vorsitzende des Bezirksverbandes Köln) und Herr Dieter Mirbach (Ausbildungsbeauftragter und Vorstandsmitglied des Bestatterverbandes NRW) haben ein paar Worte gesagt und uns als neue Auszubildende begrüßt.

Dann wurde noch ein Foto vom gesamten Jahrgang gemacht und danach wurde es spannend. Die Organisation der Klassenbildung wurde uns selbst überlassen. Dabei stellten meine Mitfahrerin und ich fest, dass es aus unserer Umgebung noch einen Azubi gab. So erweiterte sich unsere Fahrgemeinschaft um ein weiteres Mitglied.

Als wir alle einen Sitzplatz in unserer Klasse gefunden hatten, ergaben sich erste Gespräche und man lernte die Mitschüler etwas kennen. Nachdem noch einige organisatorische Dinge besprochen wurden, bekamen wir unseren Stundenplan und es wurde uns etwas zu den Fächern erklärt. Wir haben zum einen ganz typische Fächer wie Deutsch, Englisch, Religion, Politik und Sport. Der Rest der Unterrichtseinheiten ist in so genannte Lernfelder aufgeteilt. Diese wiederum sind unterteilt in 3 Kategorien. Die erste ist Betriebsprozesse und Geschäftsdokumentation, dazu gehören folgende Lernfelder:

  • Lernfeld 1 -> Ausbildung im Betrieb
  • Lernfeld 2 -> Finanzbuchhaltung
  • Lernfeld 8 -> Marketing
  • Lernfeld 11 -> Personal
  • Lernfeld 12 -> Investition und Finanzierung
  • Datenverarbeitung (am PC)

Dann gibt es noch den Lernbereich Beratung und Betreuung. Dazu gehören:

  • Lernfeld 3 -> Warenkunde
  • Lernfeld 5 -> Bestattungsvorsorge
  • Lernfeld 10 -> Trauerpsychologie

Und Versorgung und Bestattung mit den Lernfeldern:

  • Lernfeld 4 -> Friedhöfe
  • Lernfeld 6 -> Bestattungen planen
  • Lernfeld 7 -> Bestattungen durchführen
  • Lernfeld 9 -> Umgang mit Verstorbenen

Daran wird auch wieder deutlich, dass zu unserem Beruf viel mehr gehört als nur der Umgang mit den Verstorbenen.
Nach einem kleinen Kennenlernspiel, wovon uns in dieser ersten Woche natürlich noch einige erwarteten, ging es dann zur Sporthalle. Natürlich war keiner von uns mit Sportsachen ausgestattet, also berichtete unsere Sportlehrerin uns, was uns in den kommenden Schulblocks in ihrem Unterricht erwarten würde. Wir würden neben dem klassischen Sportunterricht, den man von früher kennt, auch spezielles Rückentraining durchführen und auch Methoden kennenlernen, wie man rückenschonend hebt zum Beispiel. Das ist in unserem Beruf natürlich auch sehr wichtig.
Dann hatten wir unseren ersten Tag geschafft und es ging wieder zurück nach Hause.

Aufbau der Ausbildung zur Bestattungsfachkraft

Stundentafel Bestattungsfachkräfte

Im Folgenden möchte ich noch darauf eingehen, wie die Ausbildung generell unterteilt und aufgebaut ist. Grundsätzlich ist es so, dass man die meiste Zeit im Ausbildungsbetrieb verbringt. 12 Wochen pro Jahr geht es dann in die Schule. Die Schulblöcke sind immer 3 – 4 Wochen lang und man kommt insgesamt auf 39 Unterrichtsstunden in der Woche und auf 480 im Jahr. Für Auszubildende aus NRW ist es das Bergische Berufskolleg in Wermelskirchen. In der Schule werden dann die theoretischen Teile der Ausbildung unterrichtet, die später auch prüfungsrelevant sind. Zusätzlich dazu gibt es noch die überbetrieblichen Lehrgänge. Diese finden in Münnerstadt statt. Dort gibt es das Bundesausbildungszentrum der Bestatter und den einzigen Lehrfriedhof in Deutschland. Hier finden auch die Prüfungen statt. In Münnerstadt wird zuerst Grabmachertechnik unterrichtet. Und ja: Jeder muss mal die Schippe in die Hand nehmen oder sich auf den Bagger schwingen und ein Grab ausheben. Auch das wird später geprüft. Beim zweiten Lehrgang beschäftigt man sich dann mit der hygienischen Versorgung des Verstorbenen. Und im dritten geht es vor allem um Trauerpsychologie. Wenn es für mich so weit ist werde ich darüber natürlich wieder berichten.

Vielleicht hat der ein oder andere auch den Wunsch die Ausbildung zu beginnen? Oder ihr kennt jemanden, der auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle ist? Dann könnt ihr Euch gerne bei uns bewerben. Zum 01.08.2018 suchen wir wieder einen neuen Auszubildenden oder eine Auszubildende. Es ist auch möglich den Beruf während eines Praktikums bei uns näher kennenzulernen, um herauszufinden, ob das das Richtige ist. Ich persönlich würde mich sehr über einen weiteren Azubi freuen und würde natürlich mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Mein Traumberuf – Wie ich zu diesem außergewöhnlichen Beruf kam…

Die mir am häufigsten gestellte Frage ist auf jeden Fall: „Wie kommt man auf diesen Beruf?“. Das möchte ich nun erzählen.

Als ich 2013 mit meinem Fachabitur begonnen hatte, wollte ich Rechtsmedizin studieren oder Krankenschwester werden. Schon als Kind beerdigte ich meine verstorbenen Haustiere oder Vögel und Regenwürmer, die ich im Garten fand.

Immer schon interessierte ich mich sehr für Biologie und im Fernsehen schaute ich immer eine Sendung, in der eine Rechtsmedizinerin über ihren Berufsalltag berichtete. Außerdem habe ich schon immer Todesanzeigen in der Zeitung und Bücher über Bestattungen, ungeklärte Todesfälle und die Rechtsmedizin gelesen.

Leider stellte ich schnell fest, dass meine schulischen Leistungen für ein Medizinstudium nicht ausreichen würden, obwohl ich keine schlechte Schülerin war. Also musste ich nach Alternativen suchen.

Grundsätzlich war klar, ich wollte nicht nur in einem Büro sitzen. Ich wollte Abwechslung und unter Menschen sein. Einfach jeden Tag spannende Dinge erleben. Vor allem aber wollte ich einen Beruf finden, den ich mein ganzes Leben lang ausführen möchte und an dem ich Spaß habe.

An einem Tag überkam mich der Wunsch, mal zu schauen, was in einem Bestattungshaus passiert. Ich erzählte meinen Eltern davon. Diese fanden das erst ungewöhnlich, aber sie wollten mich unterstützen und das tun sie bis heute. Mein Papa hat einen Freund, der Bestatter ist, und dort konnte ich schon in den nächsten Ferien ein Praktikum absolvieren.

An meinem ersten Praktikumstag durfte ich bei der Abholung eines Verstorbenen mithelfen, die Trauerhalle für eine Beisetzung vorbereiten und der Kollegin im Büro über die Schulter schauen. Am Nachmittag kam ich aufgeregt nach Hause und erzählte meinen Eltern und meiner Familie: „Ich habe meinen Traumberuf gefunden, ich will Bestatterin werden!“

Da ich wusste, dass es sehr schwer ist eine geeignete Ausbildungsstelle zu finden, absolvierte ich mehrere Praktika, um meine Chancen zu erhöhen. Während dieser Zeit sammelte ich viele wertvolle Erfahrungen in dem Beruf und ich habe viel gelernt. Auch persönlich musste ich zu dieser Zeit leider Erfahrungen mit dem Tod machen. Eine Freundin von mir verstarb sehr plötzlich. Doch nach der Beerdigung, auf der ich zum ersten Mal selbst als Trauergast anwesend war, war mein Berufswunsch gefestigt. Mir wurde klar, wie wichtig es ist, den Hinterbliebenen einen würdevollen und individuellen Abschied zu ermöglichen. Das versuche ich auch jeden Tag bei der Arbeit zu berücksichtigen und mich in vielen Situationen in die Rolle des Trauernden zu versetzen.

Leider bekam ich trotz vieler zufriedener Rückmeldungen bei meinen Praktika keine Ausbildungsstelle. Ich gab nicht auf und suchte weiter. Unzählige Bewerbungen und Absagen später wurde die Zeit langsam knapp. Also musste ich einen Plan B suchen und so schickte ich Bewerbungen an Krankenhäuser und bewarb mich für eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin. Dies klappte auch auf Anhieb. Etwas geknickt unterschrieb ich einen Vertrag im Krankenhaus Unna und begann am 01.10.2015 meine Ausbildung. Meinen Wunsch Bestatterin zu werden habe ich jedoch nie aufgegeben. Ich wusste diesen Traum würde ich mir noch erfüllen.

Als hätte das Schicksal es gewollt, wurde meine schon bestehende Neurodermitis durch den übermäßigen Kontakt mit Wasser und Desinfektionsmitteln immer schlimmer. So musste ich mich zwangsläufig für andere Berufe bewerben und die Ausbildung abbrechen.
Natürlich war sofort klar, dass es ein Bestattungsunternehmen sein musste. Ich bereitete meine Bewerbung vor und begann meine Einleitung mit einem, für mich sehr passendem Zitat: „Das Außergewöhnliche geschieht nicht auf glatten, gewöhnlichen Wegen.“ (Johann W. Von Goethe) Meine erste Bewerbung schickte ich an meinen jetzigen Arbeitgeber. Nach einer Woche Zittern und anderen Vorstellungsgesprächen, bekam ich die Einladung zu einem persönlichen Gespräch. Gut vorbereitet machte ich mich auf den Weg.

Es lief super und ich fühlte mich auf Anhieb sehr wohl. Noch am selben Abend kam der Anruf: Ich bekam die Stelle! Diesen Moment werde ich nie vergessen, mir liefen Freudentränen übers Gesicht, so sehr habe ich mich gefreut!

Mit diesem Beruf habe ich genau die Abwechslung, die ich gesucht habe. Arbeiten im Büro, Betreuung von Angehörigen, unterwegs sein bei Überführungen und Trauerfeiern. Kein Tag ist wie der andere und ich bin noch immer überglücklich mit meiner Berufswahl!

„The only way to do great work is to love what you do!“ (Steve Jobs)

Ein Interview mit der Presse

Frau Pieper und ich im Bestattungshaus

Vor ein paar Tagen hatten wir Frau Pieper zu Besuch. Sie ist Redakteurin der Holzwickeder Nachrichten und bat mich am Telefon um ein Interview, in dem es um meinen Ausbildungsberuf gehen sollte. Über diese Anfrage habe ich mich sehr gefreut und natürlich dankend angenommen. Wir vereinbarten also einen Termin.
Als Frau Pieper am Montagmorgen bei uns im Büro ankam, setzten wir uns mit meiner Ausbilderin Anna-Maria Usai hin und beantworteten ihr viele Fragen.
Wir sprachen darüber, wie ich auf den Beruf gekommen bin, was meine täglichen Aufgaben sind und wie die Ausbildung aufgebaut ist. Mehr dazu könnt ihr dann Ende Februar in dem fertigen Artikel der „Holzwickeder Nachrichten“ lesen. Auf diese Themen werde ich in den nächsten Beiträgen noch näher eingehen.

Trauerhalle dekorieren

Zu einem Abschied in Würde gehört auch die Dekoration der Trauerhalle. Ich empfinde dies als sehr wichtig. Es ist der Ort, an dem sich die Angehörigen ein letztes Mal verabschieden, innehalten, beten oder Blumen niederlegen, bevor man dann zum Grab geht. Deswegen ist es für mich sehr wichtig für diesen Moment, eine angemessene Atmosphäre zu schaffen.

Bevor es losgeht zur Trauerhalle, wenn die Trauerfeier nicht in unserer eigenen Halle stattfindet, werden alle benötigten Dinge in das Auto geladen. Ich kontrolliere noch einmal, ob die Blumen, der Redner oder Pfarrer und der Organist bestellt sind. Dann kann es auch schon losgehen.

Angekommen am Friedhof dekorieren wir die Halle mit den Blumen, die die Angehörigen im Gespräch selbst bestimmen oder bei einem Floristen ihrer Wahl bestellen. Dazu kombinieren wir dann Tücher abgestimmt auf die Farbe der Blumen oder den Sarg. Auf die Tücher stellen wir Kerzengläser und streuen Blütenblätter. Außerdem stellen wir auch Leuchter auf. Auf Wunsch der Angehörigen stellen wir auch unser „Erinnerungslicht“ zur Verfügung. Das ist eine Sandschale in Herzform, wo die Anwesenden der Trauerfeier anschließend, nachdem sie sich noch einmal verabschiedet haben, eine Kerze entzünden können, um diese in den Sand zu stecken. Gerne bieten wir auch an, ein Bild auf einer Staffelei aufzustellen. Das gefällt mir immer sehr gut, weil es alles noch viel persönlicher werden lässt.

Oft bekomme ich die Frage gestellt, ob ich während der Feier mittrauere oder ob ich weine. Ich sage dann immer nein. Schließlich bin ich diejenige, die schauen muss, dass alles glatt läuft und der Ablauf reibungslos ist. Eigene Trauer wäre in dieser Situation fehl am Platz. Natürlich ist es auch etwas ganz anderes, wenn man den Menschen nicht gekannt hat. Manchmal kommt es schon mal vor, dass einen Lieder oder eine Rede von Verwandten oder Freunden des Verstorbenen berühren. Trotzdem ist es wichtig, den Angehörigen an dem Tag Halt und Unterstützung zu geben.


Videos zum Thema Trauerhalle dekorieren: